Leitbild vdw

Wir sind der vdw!

Der vdw Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen e.V. ist die Dachorganisation der sozial orientierten Wohnungswirtschaft in den beiden Bundesländern. Wir sind einer von 14 Regionalverbänden, die im GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. zusammengeschlossen sind. Gegründet wurde der vdw 1909 als Verband der Baugenossenschaften in Niedersachsen. Bei uns sind knapp 180 sozialorientierte Wohnungsunternehmen mit ca. 400.000 Wohnungen in ihrem Bestand zusammengeschlossen.

Der vdw unterstützt und fördert erkennbar die Interessen und die Entwicklung seiner Mitglieder. Wir sind wichtiger Ansprechpartner für Politik, staatliche Entscheidungsträger und Verbände und nehmen Einfluss auf die Gestaltung der wohnungswirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Mitgliederversammlung beim vdw-Verbandstag 2021 in Bad Lauterberg im Harz hat ein Leitbild für die sozialorientierte Wohnungswirtschaft in Niedersachsen und Bremen verabschiedet. Das Leitbild zeigt, wofür wir im vdw Niedersachsen Bremen stehen und worauf wir uns verpflichten. Unsere Anstrengungen gehen über das Bauen und bloße Vermieten hinaus. Wir kümmern uns um unsere Mieterinnen und Mieter und stellen sie, die Menschen, in den Mittelpunkt unseres Handelns.

Leitbild vdw

Strategie

Strategien für die Zukunft

Der vdw ist auch in Zukunft Dienstleister und erster Ansprechpartner von sozialorientierten Wohnungsgenossenschaften und –gesellschaften und zugleich bedeutender Interessenvertreter und Berater auf politischer Ebene in allen Fragen von Wohnungswirtschaft, Wohnungsbau und Städtebau. Das Themenspektrum, das der vdw dabei abdeckt, orientiert sich an den Erfordernissen des Wohnungsmarktes sowie an gesellschaftlichen Entwicklungen. Große Leitthemen sind unter anderem der demografische Wandel, die Digitalisierung und der Klimaschutz. Daraus ergibt sich für die Branche eine Vielzahl von Herausforderungen: energetische Sanierung, Bereitstellung von barrierefreiem bzw. barrierearmem Wohnraum, Anpassung an moderne Arbeitsabläufe, Implementierung und Durchsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien. Dies alles vor dem Hintergrund schwieriger Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau insbesondere aufgrund stetig steigender Baukosten und fehlender Baugrundstücke. Sowohl durch eine fundierte Interessenvertretung als auch durch intensive betriebswirtschaftliche Beratung unterstützt und fördert der vdw seine Mitglieder. Zwei Beispiele aus dem Geschäftsjahr 2021 verdeutlichen die Zusammenarbeit zwischen Verband und Wohnungsunternehmen: Der vdw bietet die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten an, die auch für die Wohnungswirtschaft immer größere Bedeutung haben. Und auf politischer Ebene hat der vdw durch seine Vorstöße zur Novellierung der Bauordnung bzw. zur Verbesserung der öffentlichen Förderbedingungen wichtige Ziele erreicht.

Kennzahlen

vdw-Mitglieder investieren enorm und halten die Mieten stabil

Einmal jährlich ermitteln die wohnungswirtschaftlichen Verbände unter dem Dach des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen die wichtigsten Kennzahlen für die Branche. Daraus leitet sich auch die Jahresstatistik für den vdw ab. Seine Mitgliedsunternehmen wollten demnach im Geschäftsjahr 2021 für Neubau und Bestandserhalt 1,35 Milliarden Euro ausgeben. Schwerpunkt wäre nach den Ankündigungen der Neubau mit rund 774 Millionen Euro – das wäre ein Plus von rund 180 Millionen Euro gegenüber 2020. Die weiteren Ausgaben gehen in den Erhalt und die Verbesserung der Wohnungsbestände. Maßgeblichen Anteil hat die energetische Modernisierung.

Gleichzeitig dämpfen die Wohnungsunternehmen mit ihren durchschnittlichen Nettokaltmieten von 5,71 Euro pro Quadratmeter in Niedersachsen und 5,98 Euro pro Quadratmeter im Land Bremen die Mietenentwicklung. „Wir sind weiterhin die einzig funktionierende Mietpreisbremse in Niedersachsen und Bremen“, betont Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt. Sie verweist auf eine bundesweite Umfrage (Dezember 2021), an der 49 Unternehmen aus dem Bereich des vdw Niedersachsen Bremen mit insgesamt 172.000 Mietwohnungen teilgenommen haben. Demnach liegen die Erst- und Wiedervermietungsmieten der sozialorientierten Wohnungswirtschaft in beiden Bundesländern deutlich unter den Preisen, die hin und wieder von Online-Vermietungsplattformen angegeben werden. „Der Grund dafür ist einfach: Unsere Mieten finden bei den Portalen keine Berücksichtigung, weil die Vermietung von kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungen größtenteils über eigene Vertriebskanäle läuft bzw. die Listen der gemeldeten Interessenten ohnehin sehr lang sind“, erläutert Dr. Schmitt. Landesweit lagen die Erstvermietungsmieten bei den niedersächsischen vdw-Mitgliedern im zweiten Quartal 2021 bei 8,96 Euro/Quadratmeter, im Land Bremen bei 7,80 Euro/Quadratmeter. Bei den Wiedervermietungen wurden in Niedersachsen durchschnittlich 6,48 Euro/Quadratmeter verlangt, im Land Bremen lag dieser Wert bei 7,03 Euro/Quadratmeter.

Die exakte Jahresstatistik der deutschen Wohnungswirtschaft für 2021 und eine Einschätzung der Geschäftslage für das laufende Jahr werden voraussichtlich im Juni dieses Jahres vorliegen.

Die wichtigsten Kennzahlen für den Bereich des vdw Niedersachsen Bremen hier im Überblick (Stand August 2021).

GdW Daten und Trends

Wohnungsmarktbericht Niedersachsen

wohnungsmarktbericht cover

Im November haben das Land Niedersachsen, die NBank und der vdw gemeinsam den neuen Wohnungsmarktbericht vorgestellt. Die Datenanalyse wird alle zwei Jahre präsentiert. Bauminister Olaf Lies sagte: „Der Wohnungsmarktbericht ist eindeutig: Wir haben weiterhin vielerorts im Land einen angespannten Wohnungsmarkt. Das gilt vor allem für unsere Ballungsgebiete, die Universitätsstädte und die wirtschaftlich starken Regionen. Vielerorts fehlen günstige und vermehrt auch kleine und barrierefreie Wohnungen. Mietpreissteigerungen und ein Anziehen der Kaufpreise für Eigenheime und Eigentumswohnungen sind die Folge.“ Wie auch der Minister wies NBank-Vorstand Michael Kiesewetter darauf hin, dass die Förderbedingungen für den öffentlichen Wohnungsbau so günstig sind wie nie zuvor.

Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt, sagte: „Es gibt weiterhin sehr viel zu tun! Zwar steigen die Baufertigstellungen signifikant, und die vorliegenden Baugenehmigungen deuten darauf hin, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzen wird. Aber die großen Ziele beim bezahlbaren Wohnen haben wir noch nicht erreicht. Dem großen Neubaubedarf an bezahlbaren Mietwohnungen stehen aktuell gewaltige Probleme entgegen: rasant steigende Baukosten, fehlende Baustoffe, ein Mangel an bautechnischen Elementen und zu geringe Kapazitäten im Bauhandwerk. Der vdw hält daher an seiner Forderung nach einem länderübergreifenden Baukostengipfel fest. Außerdem ergeben sich aus dem Bericht weitere Forderungen an Land und Kommunen:

  • schnellere, digitale Planungs- und Genehmigungsverfahren
  • mehr günstiges, kommunales Bauland
  • eine flächendeckende Breitbandversorgung auch für ländliche Räume
  • Ausbau der Ladeinfrastruktur für mehr E-Mobilität
  • Förderung erneuerbarer Energien
  • integrierte Konzepte für Stadt- und Quartiersentwicklungen“

Im Gespräch: Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt zum Wohnungsmarktbericht 2021



Download Wohnungsmarktbericht

Sozialorientierte Unternehmen

Die Mitglieder im vdw Niedersachsen Bremen sind sozial orientierte Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften, die bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen und sich als verlässliche und verantwortungsvolle Vermieter für breite Schichten der Bevölkerung einsetzen. Sie verfolgen ein nachhaltiges Geschäftsmodell, handeln sozial verantwortungsbewusst, sind wirtschaftlich erfolgreich und tragen aktiv zum Klimaschutz bei. Die vdw-Mitglieder bauen Miet- und Eigentumswohnungen, vereinzelt auch Gewerbeobjekte. Die Unternehmen sind somit Bauherr, Vermieter, Eigentumsverwalter und Dienstleister rund um die Immobilie. Sie gestalten Stadtumbauprozesse, um der demografischen Entwicklung zu tragen. Bezahlbares Wohnen für Senioren, Integration von ausländischen Mitbürgern in den Quartieren, Sicherheit in Stadtteilen, Soziales Management, Klimaschutz durch energetische Modernisierung – das sind einige aktuelle Arbeitsschwerpunkte der vdw-Mitgliedsunternehmen. Die Realisierung zeitgemäßer Architektur und attraktiver Wohnumfelder sind selbstverständlich für die Wohnungsunternehmen im vdw.

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Mitglieder

Sozial – umweltbewusst – erfolgreich!

Die Mitglieder im vdw Niedersachsen Bremen sind sozial orientierte Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften, die bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen und sich als verlässliche und verantwortungsvolle Vermieter für breite Schichten der Bevölkerung einsetzen. Sie verfolgen ein nachhaltiges Geschäftsmodell, handeln sozial verantwortungsbewusst, sind wirtschaftlich erfolgreich und tragen aktiv zum Klimaschutz bei. Die vdw-Mitglieder bauen Miet- und Eigentumswohnungen, vereinzelt auch Gewerbeobjekte. Die Unternehmen sind somit Bauherr, Vermieter, Eigentumsverwalter und Dienstleister rund um die Immobilie. Sie gestalten Stadtumbauprozesse, um der demografischen Entwicklung zu tragen. Bezahlbares Wohnen für Senioren, Integration von ausländischen Mitbürgern in den Quartieren, Sicherheit in Stadtteilen, Soziales Management, Klimaschutz durch energetische Modernisierung – das sind einige aktuelle Arbeitsschwerpunkte der vdw-Mitgliedsunternehmen. Die Realisierung zeitgemäßer Architektur und attraktiver Wohnumfelder sind selbstverständlich für die Wohnungsunternehmen im vdw.Zur Website

Beratung

Umfangreiches Beratungsangebot für alle Mitglieder

Der vdw Niedersachsen Bremen ist der gesetzliche Prüfungsverband für die Wohnungsgenossenschaften in beiden Bundesländern. Außerdem lassen zahlreiche Kapitalgesellschaften ihren Jahresabschluss von den Experten des vdw prüfen. Die Unternehmen vertrauen darüber hinaus der hohen fachlichen Kompetenz der vdw-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter in allen relevanten betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Fragen. Die Beratung der vdw-Mitglieder gehört daher selbstverständlich zum Leistungsprofil der Prüfungsabteilung. Schwerpunkte der betriebswirtschaftlichen Beratung sind insbesondere die Angebote zur Wirtschafts- und Finanzplanung, zum Portfoliomanagement und zur VoFi-Investitionsrechnung, die aktuell vor dem Hintergrund der veränderten Förderbedingungen in Niedersachsen nochmals aktualisiert wurde. Weitere Angebote bestehen zum Betriebsvergleich, zum Datenschutz und zur IT-Sicherheit. Aufgrund der aktuellen Klimagesetzgebung gewinnt der Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung zunehmend an Bedeutung. Zu einem wesentlichen Teilbereich, der CO2-Bilanzierung, hat der vdw im Jahr 2021 ein gesondertes Beratungsangebot entwickelt. Darüber hinaus halten die Steuerexperten des vdw zahlreiche Beratungsleistungen vor, von der Erstellung von Steuerbilanzen, Steuererklärungen und Steueranmeldungen und der Betreuung der Wohnungsunternehmen bei Betriebsprüfungen über die Lohnbuchhaltung bis hin zur Erstellung von Jahresabschlüssen sowie von Gutachten und Stellungnahmen zu steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. In der Vergangenheit nutzten vor allem neu gegründete oder kleine Wohnungsunternehmen die Möglichkeiten einer vollumfassenden steuerlichen Betreuung, um sich selbst stärker auf die Herausforderungen in der Bestandsbewirtschaftung konzentrieren zu können. Von externer Seite sind insbesondere die Hilfestellungen des Verbandes bei der Gründung von Genossenschaften nachgefragt. Für die Wohnungsunternehmen ebenso wichtig ist die fachliche Expertise des Verbandes in juristischen und technischen Fragestellungen, die immer komplexer werden. Die Rechtsberatung des vdw wurde personell verstärkt und wird die individuelle Beratung der Mitgliedsunternehmen und die kollektive Rechtsberatung insbesondere in den Bereichen Mietrecht, Genossenschaftsrecht, Gesellschaftsrecht, Wohnraumförderrecht, Wohnungseigentumsrecht, Baurecht, Datenschutz und IT-Recht ausweiten. Bei aktuellen Gesetzgebungsverfahren und mit Hinblick auf die anstehenden Wahlen 2022 und 2023 wird sich der Verband durch Stellungnahmen und Initiativvorschläge einbringen.

Referate

Rückblick: Die vdw-Referate 2021

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft zählten auch im vergangenen zu den beherrschenden Themen im vergangenen Jahr. Alle Fachreferate des Verbandes waren direkt oder indirekt mit dem Thema befasst. Dieser digitale Jahresbericht informiert an verschiedenen Stellen über die besonderen Herausforderungen, die Corona auch für den Verband mit sich gebracht hat. Weitere Schwerpunktthemen im Jahr 2021 aus Sicht des vdw waren die Sorge ums bezahlbare Wohnen, die galoppierenden Baukosten, die Ausarbeitung von Nachhaltigkeitsstrategien und vieles mehr. Im Überblick eine kompakte Bilanz der einzelnen Abteilungen und Referate im vdw:

Steuerberatung

Die Corona-Pandemie brachte praktisch „über Nacht“ die vorübergehende Senkung der Umsatzsteuersätze auf 16% bzw. 5% für die im zweiten Halbjahr 2020 erbrachten Lieferungen und Leistungen. Die effektiven Vorteile aus günstigeren Bauleistungen überwiegen regelmäßig die nur für einen kurzen Zeitraums notwendigen Aufwendungen in den Bereichen IT und Verwaltung: Wohnungsunternehmen, die im zweiten Halbjahr 2020 große Bauprojekte fertigstellen, abrechnen und abnehmen konnten, profitierten von dem verminderten Umsatzsteuersatz. Im Rahmen sinnvoller Gestaltung konnte die Vereinbarung von Teilleistungen genutzt werden, um auch für nicht mehr fertiggestellte Projekte zumindest einen anteiligen Umsatzsteuervorteil zu nutzen. Auch weitere steuerliche Maßnahmen des Gesetzgebers zur Überwindung der Pandemiefolgen konnten für die Akteure in der Wohnungswirtschaft eine echte Hilfe sein: die „Corona-Beihilfe“ gestattete dem Arbeitgeber bis zum 31.12.2020 seinen Arbeitnehmern Bar- und Sachzuwendungen bis zur Höhe von 1500 Euro steuer- und beitragsfrei zu gewähren. Auch der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld konnte von Wohnungsunternehmen genutzt werden. Schließlich galt es auch, die durch die Einführung eines pauschalen Verlustrücktrags geschaffenen Liquiditätsvorteile zu prüfen. Die globale Herausforderung der Absenkung der CO2-Emmission stellt unsere Branche vor allem im Hinblick auf die Projekte Mieterstrom und Elektromobilität vor große Herausforderungen. Zwar hat der Gesetzgeber durch zahlreiche Steuerbefreiungen und Steuervorteile Anreize für die Steuerpflichtigen geschaffen; das entscheidende Hindernis für zahlreiche Wohnungsunternehmen wurde allerdings nicht beseitigt: die Versagung der erweiterten Gewerbesteuerkürzung im Falle der Stromlieferung. So wird die Wohnungswirtschaft trotz aller Bereitschaft auch weiterhin die hohen Erwartungen in die Branche nicht erfüllen können, wenn bereits die Stromlieferung aus einer einzigen PV-Anlage die Verdopplung der Ertragssteuerbelastung bedeutet. In 2020 befanden sich die Bundesländer in der Findungsphase des geeigneten Grundsteuermodells: während sich Niedersachsen erhebliche Vorteile aus seiner Entwicklung eines einfachen Flächen-Lage-Modells verspricht, hat sich Bremen für die Umsetzung des ertragswertorientierten Bundesmodells entschieden. Der vdw hat eine hohe Präferenz für den niedersächsischen Ansatz, verfügt aber bereits heute über eine hohe Beratungskompetenz in beiden Umsetzungsvarianten. Der Mangel an preisgünstigem Wohnraum hat aus steuerlicher Sicht zwei Themen in den Vordergrund gespielt: Die vom Gesetzgeber geschaffenen lohnsteuerlichen Vorteile des Mitarbeiterwohnens (§ 8 Abs. 2 Satz 12 EStG) führen nicht nur zu Steuer- und Beitragsvorteilen für Arbeitnehmer, sondern fördern auch die Nachfrage nach Wohnraum zu angemessenen Preisen. Dem voranschreitenden Fortfall der Belegungsbindungen versucht der kommunale Sektor u. a. durch den Erwerb von Belegungsrechten entgegenzuwirken. Zur sorgfältigen Vorbereitung entsprechender Verträge bedarf es regelmäßig auch der Abwägung der steuerlichen Folgen.

Große Bedeutung für die Wohnungswirtschaft hatte 2021 die von der Finanzverwaltung vorbereitete Bewertung des Grundbesitzes für Zwecke der Grundsteuer, die seit dem Jahresbeginn 2022 gilt. Anwendungserlasse, Vordrucke und Ausfüllanleitungen wurden für das Bundesmodell (darunter: Anwendung in Bremen) und das niedersächsische Flächen-Lage-Modell mit Hochdruck vorbereitet und zum Teil noch in den letzten Tagen des Jahres veröffentlicht. Für die Deklaration ist eine Vielzahl von Daten erforderlich, die in einem engen Zeitfenster an die Finanzverwaltung zu übertragen sind. Dazu bedarf es einer IT-Unterstützung, die zurzeit von verschiedenen Anbietern entwickeltet wird. Der weitere Projektplan sieht für den Zeitraum vom 01.07.2022 bis 31.10.2022 die Abgabe der Feststellungserklärungen durch die Wohnungsunternehmen, 2023 die Veranlagung durch die Finanzverwaltung,
2024 u. a. die Erledigung von Rechtsbehelfen und die Kalkulation der Hebesätze auf Ebene der Kommunen zur aufkommensneutralen Veranlagung vor, so dass ab 2025 die erstmalige Erhebung der Grundsteuer nach der neuen Bemessungsgrundlage erfolgen kann.

Mit dem Fondsstandortgesetz (FoStoG) ist es nach langjährigen intensiven Bemühungen gelungen, ein hohes Investitionshemmnis zumindest teilweise zu beseitigen, das bisher mit dem Verlust der sog. erweiterten Gewerbesteuerkürzung (§ 9 Nr. 1 S. 2 ff. GewStG) verbunden war. Bereits ab 2021 kann die erweiterte Gewerbesteuerkürzung auch genutzt werden, wenn

  • innerhalb einer Grenze von 10% der gesamten Einnahmen aus der Gebrauchsüberlassung des Grundbesitzes Einnahmen aus der Stromlieferung aus erneuerbaren Energien gemäß § 3 Nr. 21 EEG erzielt werden, sofern die Stromlieferung an Mieter des Anlagenbetreibers erfolgt (Mieterstrom), der Strom in das Netz eingespeist wird oder vom Wohnungsunternehmen selbst verbraucht wird oder wenn
  • innerhalb einer Grenze von 5% der gesamten Einnahmen aus der Gebrauchsüberlassung des Grundbesitzes sog. mieternahe Einnahmen aus unmittelbaren Vertragsbeziehungen mit den Mietern erzielt werden. Mit dieser Öffnung schafft der Gesetzgeber weitere Anreize für den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen und den Betrieb von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Ansonsten bleibt es bei der gesetzlichen Ausschlussfrist: die erweiterte Kürzung entfällt, sobald auch nur ein schädliches Geschäft wahrgenommen wird. Zahlreiche andere Gesetze setzten Änderungen im Steuerrecht um. So konnten die
  • Ausweitung der Vorteile des Mitarbeiterwohnens auf verbundene Unternehmen,
  • die Anhebung des monatlichen Sachbezugsfreibetrags von € 44 auf € 50 (ab 2022),
  • die Einführung gesetzlicher Anforderungen für zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn und
  • die Einführung einer Homeoffice-Pauschale als steuerliche Entlastungen verzeichnet werden.

Demgegenüber führten Änderungen des Grunderwerbsteuergesetzes zu Verschärfungen rund um die Transaktion von Unternehmensbeteiligungen (Eindämmung von Share Deals). Zur Erfüllung des wachsenden Beratungsbedarfs in Anbetracht der hohen Zahl und Komplexität der steuerlichen Änderungen hat der vdw sein Team durch die Steuerberaterinnen Svenja Dorn und Julia Duby personell verstärkt.

Stabsstelle

Die Stabsstelle hat sich mit einer breiten Themenpalette beschäftigt. Zahlreiche Stellungnahmen etwa zur Bauordnung, zum Wohnraumfördergesetz, zur Bremer Wohnungspolitik und zu verschiedenen Richtlinien und Verordnungen wurden formuliert. Nach Abschluss des Forschungsprojekts „Sicherheit und Vielfalt im Quartier – DIVERCITY“ hat sich die Sicherheitspartnerschaft im Städtebau Niedersachsen entschlossen, an dessen Ergebnisse anzuknüpfen und Kriterien für einen Leitfaden zur Sicherheit im Quartier zu entwickeln.

Rechtsberatung

Rechtsfragen hinsichtlich der Pandemie haben auch 2021 einen Schwerpunkt dargestellt. Neben Fragen zu Präsenzsitzungen und Umlaufverfahren kam auch verstärkt das Thema einer virtuellen oder hybriden Generalversammlung auf. Im März 2021 veranstaltete der vdw zu diesem Thema ein Seminar. Der Schwerpunkt lag dabei auf den unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten einer Versammlung. Die im Jahr 2021 erfolgten Änderungen der Coronaverordnungen für die Bundesländer Bremen und Niedersachseen machten ebenfalls einen Großteil der Beratungen aus. Die Fragestellungen zielten insbesondere darauf ab, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen Präsenzveranstaltungen möglich sind, welche Regelungen in Bezug auf die Maskenpflicht zu beachten waren und welche G-Regelung zur Anwendung kommt. Mit Spannung wurde das Inkrafttreten der Heizkostenverordnung erwartet. Dies erfolgte nach einer längeren Hängepartie dann zum 1. Dezember. Die Änderungen der Heizkostenverordnung haben enorme Auswirkungen für unsere Mitgliedsunternehmen. Hierzu wurde ein umfangreiches Seminar angeboten und vielfach im Laufe des zweiten Halbjahres 2021 informiert.

Umweltbundesamt Heizkostenverordnung

GdW Heizkostenverordnung

Abseits von Corona informierte der vdw seine Mitglieder unter anderem auch über die Frage: Hat der Mieter gegenüber dem Vermieter seit dem 1. Dezember 2020 einen Anspruch auf Anbringung einer Ladestation für sein Elektrofahrzeug?

Technische Beratung

Die Reduktion der Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor steht nicht erst mit dem Ergebnis der Bundestagswahl in den Fokus der Öffentlichkeit. Spätestens mit der Einführung der CO2-Bepreisung Anfang 2021 auf fossile Brennstoffe und die Debatte um die Umlagefähigkeit der Kosten auf die Mieter, ist die Wohnungswirtschaft unmittelbar davon betroffen. Um dem enormen Kostendruck zu begegnen sind umfassende Förderungen notwendig, die mit der Bundesförderung für Energieeffiziente Gebäude (BEG) im Jahr 2021 auch geschaffen wurde. Um diese Zusammenhänge besser zu verstehen und nutzen zu können, wurden die wesentlichen Inhalte in einer Broschüre zusammengefasst.

Neben Anstrengungen zum Klimaschutz steht die Schaffung bezahlbaren Wohnraum auch dieses Jahr wieder im Fokus der Verbandsarbeit. Nach der erfolgreichen Novellierung der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO), bei der viele Anliegen der Wohnungswirtschaft umgesetzt wurde, steht nun eine ähnliche Initiative in Bremen an. Diese soll helfen, Bauvorhaben schneller und einfacher genehmigt zu bekommen, um so der großen Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden und Kosten zu sparen. Überhaupt sind die Baukosten immer wieder Thema bei verschiedenen Veranstaltungen, Seminaren und Sitzungen. Zunehmend wird deren Entwickelung durch die Materialknappheit weiter beschleunigt. Neben Holz, Stahl und Wärmedämmung betrifft dies zunehmend auch Rohstoffe wie Gips oder halbleiterabhängige Steuerungen für Aufzüge und smart Living Komponenten. Da hilft es auch nicht, wenn in Zukunft auf jedem Dach eine Photovoltaikanlage installiert werden soll, um die Energie- und Mobilitätswende hin zur strombasierten Wärmepumpe und Elektrofahrzeugen zu meistern, wenn es schlicht an Materialknappheit oder Manpower fehlt. Hier setzt sich der vdw für eine Regulierung der Rahmenbedingungen und entsprechende Förderungen ein.

Neben den enormen Anstrengungen zum Klimaschutz gibt es aber auch noch andere, weitaus profanere Aufgaben für die Wohnungsunternehmen zu lösen. Dazu gehört beispielsweise die Asbestsanierung. Seit langem gibt es deshalb den sogenannten Asbestdialog in Berlin, wo ein pragmatischer Umgang mit diesem erarbeitet werden soll. Um den Unternehmen bereits jetzt eine praktische Hilfestellung an die Hand zu geben, wurden auf Grundlage der aktuellen Ergebnisse FAQ’s zusammengestellt.

Technik Asbest

Presse

presse

Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist stets ein Spiegel der Verbandsarbeit. Entsprechend vielfältig waren die Informationen und Stellungnahmen, die der vdw im vergangenen Jahr herausgegeben hat – nicht selten mit sehr guter Resonanz. Hier exemplarisch einige Auszüge:

Öffentlicher Wohnungsbau stockt: vdw legt Verbesserungsvorschläge vor

In Niedersachsen fehlt weiterhin bezahlbarer Wohnraum. Der öffentliche Wohnungsbau stockt. Bauherren kritisieren die Förderbedingungen des Landes als nicht marktgerecht. Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachen Bremen (vdw) hat nun einen Katalog mit 17 Verbesserungsvorschlägen erarbeitet und dem Bauministerium vorgelegt. vdw-Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt begründet die Initiative: „Unsere Mitgliedsunternehmen würden gerne mehr Fördermittel des Landes in Anspruch nehmen. Aber sie müssen auch kaufmännisch entscheiden, und da gibt es eben Hindernisse, die wir jetzt partnerschaftlich mit der Landesregierung ausräumen wollen…Durch unsere Vorschläge sollen Anreize für Investoren gesetzt werden, die Programme auch verstärkt abzurufen. Wenn außerdem ein effektiveres soziales Baulandmanagement gelingt, können die ambitionierten Ziele im öffentlichen Wohnungsbau in Niedersachsen erreicht werden.“

Wohnungswirtschaft klagt über zu lange Baugenehmigungsverfahren

Wohnungsbauunternehmen warten in Niedersachsen und Bremen oft ein Jahr und länger auf die Genehmigung eines Bauantrags. In Einzelfällen dauern die Verfahren sogar 18 Monate…vdw-Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt: „Es ist mehr als ärgerlich, wenn Jahr für Jahr über die gleichen Probleme diskutiert werden muss. Dabei können wir es uns in Niedersachsen und Bremen nicht leisten, den Investoren am Wohnungsmarkt Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Denn immer noch fehlt es landauf, landab an bezahlbarem Wohnraum. Aber wer zu lange auf eine Baugenehmigung warten muss, verliert nicht nur Zeit, sondern auch Geld und investiert irgendwann vielleicht gar nicht mehr in den Wohnungsbau. Die Leidtragenden sind dann wieder einmal die Mieterhaushalte mit kleinen oder mittleren Einkommen, die händeringend eine bezahlbare Wohnung suchen.“

Telekommunikationsgesetz: Eine schlechte Entscheidung für unsere Mieter!

Der Deutsche Bundestag hat heute in zweiter und dritter Lesung über die umstrittene Novelle des Telekommunikationsgesetzes beraten. Mit dem neuen Gesetz soll die jahrzehntelang bewährte Betriebskostenumlage abgeschafft werden, die bislang Mietern eine kostengünstige TV-Versorgung sowie den dringend notwendigen Glasfaserausbau der kommenden Jahre sichert. Dazu sagt Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt: „Eine schlechte, eine sozial ungerechte und investitionsfeindliche Entscheidung. Viele Mieterhaushalte werden künftig tiefer in die Tasche greifen müssen für einen modernen Fernsehanschluss. Und die sozial orientierten Wohnungsunternehmen verlieren mit der vereinbarten Fristenregelung die Planungs- und Investitionssicherheit...“

Kräftiger Anstieg der Neubauzahlen im Geschosswohnungsbau erfreulich

Erfreut zeigte sich Dr. Susanne Schmitt, Direktorin des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw), über den Anstieg der Fertigstellungszahlen im Wohnungsneubau in Niedersachsen: „Der Trend des Vorjahres hat sich fortgesetzt.“ Die Verbandsdirektorin betonte den Anteil der vdw-Mitgliedsunternehmen: „Im Geschäftsjahr 2020 haben die Wohnungsgenossenschaften und kommunalen Wohnungsgesellschaften in Niedersachsen mehr als 650 Millionen Euro in den Bau neuer Wohnungen investiert...“

Novelle der Landesbauordnung rückt näher

Bei der angestrebten Novellierung der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) sind die Regierungsfraktionen und die Wohnungswirtschaft einen gehörigen Schritt vorangekommen. Ein auf Initiative des vdw gegründeter Arbeitskreis, dem auch die kommunalen Spitzenverbände und die Architektenkammer angehörten, hat Vorschläge unter anderem zum Brandschutz, zu Grenzabständen und zur Förderung des Holzbaus erarbeitet. Die Ergebnisse werden jetzt in den Fraktionen und dem zuständigen Landtagsausschuss diskutiert und in die Verbändeanhörung gegeben…

vdw lobt Bremer Bündnis für Wohnen

Das Bremer Bündnis für Wohnen hat eine positive Bilanz seiner Arbeit gezogen. Auch die Bremer Wohnraumförderprogramme waren in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich…2700 öffentlich geförderte Wohnungen in den vergangenen Jahren – das ist eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Künftig wird es darum gehen, Klimaschutz und sozialen Wohnungsbau miteinander zu verbinden. Dies ist nicht einfach, weil Klimaschutz im Gebäudebestand viel Geld kostet…Vorfahrt für den sozialen Wohnungsbau erfordert günstiges Bauland, schnelle Genehmigungsprozesse und eine verlässliche Förderkulisse.

Wohnungswirtschaft begrüßt Niedersächsisches Grundsteuergesetz

Der Niedersächsische Landtag hat das Niedersächsische Grundsteuergesetz verabschiedet. Niedersachsen ist damit das zweite Bundesland nach Baden-Württemberg, das vom Modell des Bundes abweicht und ein eigenes Grundsteuergesetz hat. Der vdw hatte sich von Beginn an für das Fläche-Lage-Modell eingesetzt. Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt sagte: „Gut gemacht, aber für Euphorie gibt es aus unserer Sicht keinen Anlass! Die Vorteile der niedersächsischen Lösung liegen auf der Hand…Aber die Landesregierung hat es versäumt, mögliche neue Steuerbelastungen durch die Hintertür zu verhindern. Wir hatten empfohlen, die niedersächsischen Kommunen zur Festlegung aufkommensneutraler Hebesätze zu verpflichten…Stattdessen gibt es im Landesgesetz eine Öffnungsklausel bei den Hebesätzen, die wie ein Schlupfloch für Städte und Gemeinden wirken kann...“

Land optimiert Verwaltungsvorschriften zur Wohnraumförderung

Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, die NBank und der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) stellen am (heutigen) Donnerstag in Hannover die Details der „neuen“ Wohnraumförderung vor. Zu der Informationsveranstaltung im Veranstaltungszentrum WERKHOF haben sich 80 Vertreter von Kommunen, Wohnraumförderstellen und Wohnungsunternehmen angemeldet. Die große Resonanz zeigt: Öffentlich geförderter Wohnungsbau in Niedersachsen ist für Investoren interessant und kann wichtige Impulse für mehr bezahlbares Wohnen setzen.

Photovoltaik-Pflicht würde Wohnungsneubau weiter verteuern

Der Niedersächsische Umwelt- und Bauminister Olaf Lies fordert eine Pflicht für Solaranlagen auf allen neuen Wohngebäuden. Bislang war im Entwurf der neuen Landesbauordnung lediglich davon die Rede, die Solarpflicht auf neue Gewerbebauten zu begrenzen. Dazu sagt Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt: „Photovoltaik ist ein wichtiges Instrument zur Erreichung der Klimaschutzziele. Aber um Klimaschutz sozialverträglich umzusetzen, müssen wir müssen auch die Baukosten im Blick behalten. Eine öffentliche Förderung durch den Bund oder das Land ist somit unabdingbar, sonst bezahlen es am Ende die Mieter. Außerdem brauchen wir endlich eine unbürokratische Möglichkeit, den auf dem Dach der Häuser erzeugten Strom in das Netz einzuspeisen bzw. an die Mieter weiterzugeben. Wir setzen uns auf Landes- und Bundesebene daher seit Jahren für ein praxistaugliches Mieterstrommodell ein. Die Rahmenbedingungen müssen passen.“

Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
in Niedersachsen und Bremen e.V. - 2022