Leitbild vdw

Wir sind der vdw!

Der vdw Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen e.V. ist die Dachorganisation der sozial orientierten Wohnungswirtschaft in den beiden Bundesländern. Er ist einer von 14 Regionalverbänden, die im GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. zusammengeschlossen sind. Gegründet wurde der vdw 1909 als Verband der Baugenossenschaften in Niedersachsen. Im vdw sind 175 Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen. In ihren rund 400.000 Wohnungen leben fast eine Million Menschen. In Niedersachsen gehört jede fünfte Mietwohnung zum Bestand der vdw-Mitgliedsunternehmen, im Land Bremen liegt der Anteil sogar bei mehr als 40 Prozent. Die vdw-Mitgliedsunternehmen sind somit die wichtigsten Anbieter von Mietwohnungen in den beiden Ländern.

Der vdw unterstützt und fördert erkennbar die Interessen und die Entwicklung seiner Mitglieder. Der vdw ist der richtungsweisende und unterstützende Partner seiner Mitglieder. Der vdw ist wichtiger Ansprechpartner für Politik, staatliche Entscheidungsträger und Verbände und nimmt Einfluss auf die Gestaltung der wohnungswirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

vdw-Team

Strategie

Strategien für die Zukunft

Der vdw ist auch in Zukunft Dienstleister und erster Ansprechpartner von sozial-orientierten Wohnungsgenossenschaften und –gesellschaften und zugleich bedeutender Interessenvertreter und Berater auf politischer Ebene in allen Fragen von Wohnungswirtschaft, Wohnungsbau und Städtebau. Er ist erster Ansprechpartner für Politik, staatliche Entscheidungsträger sowie Verbände und nimmt Einfluss auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen.

Das Themenspektrum, das der vdw dabei abdeckt, orientiert sich an den Erfordernissen des Wohnungsmarktes sowie an gesellschaftlichen Entwicklungen. Große Leitthemen sind unter anderem der demografische Wandel, die Digitalisierung und der Klimaschutz. Daraus ergibt sich für die Branche eine Vielzahl von Herausforderungen: energetische Sanierung, Bereitstellung von barrierefreiem bzw. barrierearmem Wohnraum, Anpassung an moderne Arbeitsabläufe, Implementierung und Durchsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien. Dies alles vor dem Hintergrund schwieriger Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau insbesondere aufgrund stetig steigender Baukosten und fehlender Baugrundstücke.

Sowohl durch eine fundierte Interessenvertretung als auch durch intensive betriebswirtschaftliche Beratung unterstützt und fördert der vdw seine Mitglieder. Zwei Beispiele aus dem Geschäftsjahr 2020 verdeutlichen die Zusammenarbeit zwischen Verband und Wohnungsunternehmen: Der vdw bietet die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten an, die auch für die Wohnungswirtschaft immer größere Bedeutung haben. Und auf politischer Ebene hat der vdw durch seine Vorstöße zur Novellierung der Bauordnung bzw. zur Verbesserung der öffentlichen Förderbedingungen wichtige Ziele erreicht.

Kennzahlen

Zahlen – Daten – Fakten

Die Wohnungsunternehmen im vdw Niedersachsen Bremen haben im Geschäftsjahr 2020 ihre Ausgaben für Neubau und Bestandserhalt auf 1,509 Milliarden Euro erhöht. Damit setzte sich die steigende Investitionsbereitschaft der vergangenen Jahre nahtlos fort. 2019 beliefen sich die Gesamtausgaben 1,36 Milliarden Euro.

Ein zweiter auffälliger Trend: Die Neubauinvestitionen übersteigen weiterhin die Aufwendungen für Modernisierungen und Instandhaltungen – dieses Verhältnis war noch vor fünf Jahren genau umgekehrt. In 2020 haben die vdw-Mitglieder mehr als 810 Millionen Euro in den Bau neuer Wohnungen investiert. Dem stehen rund 795 Millionen Euro für den Bestand gegenüber.

Die exakte Jahresstatistik der deutschen Wohnungswirtschaft wird voraussichtlich im Juni dieses Jahres vorliegen.

Entwicklung auf den Wohnungsmärkten

Baugenehmigungen: Die Wohnungsbautätigkeit ist seit dem Tiefpunkt der Fertigstellungen im Jahr 2009 deutlich gestiegen. Das Niveau konnte auf gut 293.000 fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2019 und damit um gut 84 Prozent erhöht werden. Für 2020 werden mehr als 300.000 fertiggestellte Wohnungen prognostiziert. Die Anzahl der Baugenehmigungen hat sich zwischen 2009 und 2019 sogar verdoppelt und lag 2019 bei knapp 361.000 Wohnungen. Für das Jahr 2020 zeichnet sich ein weiterer Anstieg der Baugenehmigungen ab.

Nach bisherigem Stand (November) wurden im vorigen Jahr bundesweit 331.909 Wohnungen genehmigt (+3,9 % bzw. 12.377 gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Für das Gesamtjahr 2020 wird mit mehr als 360.000 Genehmigungen gerechnet. 2019 waren es 360.578 Genehmigungen (davor 346.800).

Bis November 2020 entfielen auf den reinen Neubau 294.730 Genehmigungen (+ 13.455 gegenüber Vorjahreszeitraum), 168.933 Einheiten davon in Mehrfamilienhäusern (+ 5473). Erneut wurden mehr Ein-/Zweifamilienhäuser genehmigt - insgesamt 108.537 (+ 24.937). Mit 71.166 Einheiten weiter rückläufig war die Zahl genehmigter Eigentumswohnungen (- 4334).

In Niedersachsen lag die Zahl der Baugenehmigungen für den Zeitraum von Januar bis November 2020 bei 30.096 (Vergleichszeitraum 2019: 27.566) Wohneinheiten darunter 14.540 (13.428) Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.

Zur Bedienung der bundeweiten Wohnungsnachfrage müsste die Zahl der Baugenehmigungen bei rund 350.000 bis 400.000 Wohnungen jährlich liegen (davon rund 80.000 im sozialen Mietwohnungsbau). In 2019 wurden in Deutschland laut Bundesregierung 25.565 neue Sozialwohnungen gefördert (davor 27.040).

Der Gesamtdeutsche Wohnungsbestand ist nach letztem Datenstand (2019) um rund 280.000 auf 42,5 Mio. Einheiten angewachsen (darunter ca. 1,1 Mio. Sozialwohnungen – ein neuer Tiefstwert). Gebremst wird die bauliche Entwicklung nach wie vor und vor allem durch den Mangel an baureifen/bezahlbaren Grundstücken sowie Kapazitätsengpässen in der kommunalen Bauleitplanung und auf der bauausführenden Seite (Baugewerbe/Handwerk). Gestützt wird sie durch die anhaltende Wohnungsnachfrage und das weiterhin niedrige Zinsniveau.

Fertigstellungen weiter unter Bedarf

Fertigstellungszahlen für das abgelaufene Jahr liegen frühestens Mitte Mai vor. Gerechnet wird mit etwa 310.000 für das Gesamtjahr 2020 (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie).

Trotz steigender Tendenz ist eine Deckung des prognostizierten Neubaubedarfs auch angesichts der weitgehend ausgelasteten Kapazitäten auf der bauausführenden Seite ambitioniert. Für 2020 werden rund 161.000 fertiggestellte Wohnungen in neu errichteten Mehrfamilienhäusern (inkl.Wohnheime) prognostiziert. Der Anteil des Geschosswohnungsbaus ist mittlerweile auf 59 Prozent der gesamten Wohnungsneubautätigkeit gestiegen.

Der Anteil der Bautätigkeit in den kreisfreien Großstädten an der gesamtdeutschen Bautätigkeit wuchs zwischen 2005 und 2019 von 20 auf 30 Prozent.

Mitglieder

Sozial – umweltbewusst – erfolgreich!

Die Mitglieder im vdw Niedersachsen Bremen sind sozial orientierte Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften, die bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen und sich als verlässliche und verantwortungsvolle Vermieter für breite Schichten der Bevölkerung einsetzen. Sie verfolgen ein nachhaltiges Geschäftsmodell, handeln sozial verantwortungsbewusst, sind wirtschaftlich erfolgreich und tragen aktiv zum Klimaschutz bei. Die vdw-Mitglieder bauen Miet- und Eigentumswohnungen, vereinzelt auch Gewerbeobjekte. Die Unternehmen sind somit Bauherr, Vermieter, Eigentumsverwalter und Dienstleister rund um die Immobilie. Sie gestalten Stadtumbauprozesse, um der demografischen Entwicklung zu tragen. Bezahlbares Wohnen für Senioren, Integration von ausländischen Mitbürgern in den Quartieren, Sicherheit in Stadtteilen, Soziales Management, Klimaschutz durch energetische Modernisierung – das sind einige aktuelle Arbeitsschwerpunkte der vdw-Mitgliedsunternehmen. Die Realisierung zeitgemäßer Architektur und attraktiver Wohnumfelder sind selbstverständlich für die Wohnungsunternehmen im vdw.

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Beratung

Umfangreiches Beratungsangebot für alle Mitglieder

Der vdw Niedersachsen Bremen ist der gesetzliche Prüfungsverband für die Wohnungsgenossenschaften in beiden Bundesländern. Außerdem lassen zahlreiche Kapitalgesellschaften ihren Jahresabschluss von den Experten des vdw prüfen. Die Unternehmen vertrauen darüber hinaus der hohen fachlichen Kompetenz der vdw-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter in allen relevanten betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Fragen. Die Beratung der vdw-Mitglieder gehört daher selbstverständlich zum Leistungsprofil der Prüfungsabteilung.

Aktuell gibt es in der betriebswirtschaftlichen Beratung u.a. Angebote zum Betriebsvergleich, zum Datenschutz und zur IT-Sicherheit. Außerdem gibt es Informationen zur Wirtschafts- und Finanzplanung, zum Portfoliomanagement und zur VoFi-Investitionsrechnung. Darüber hinaus halten die Steuerexperten des vdw zahlreiche Beratungsleistungen vor, von der Erstellung von Steuerbilanzen, Steuererklärungen und Steueranmeldungen und der Betreuung der Wohnungsunternehmen bei Betriebsprüfungen über die Lohnbuchhaltung bis hin zur Erstellung von Jahresabschlüssen sowie von Gutachten und Stellungnahmen zu steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. In der Vergangenheit nutzten vor allem neu gegründete oder kleine Wohnungsunternehmen die Möglichkeiten einer vollumfassenden steuerlichen Betreuung, um sich selbst stärker auf die Herausforderungen in der Bestandsbewirtschaftung konzentrieren zu können. Von externer Seite sind insbesondere die Hilfestellungen des Verbandes bei der Gründung von Genossenschaften nachgefragt.

Für die Wohnungsunternehmen ebenso wichtig ist die fachliche Expertise des Verbandes in juristischen und technischen Fragestellungen, die immer komplexer werden. Die Rechtsberatung des vdw wurde personell verstärkt und wird die individuelle Beratung der Mitgliedsunternehmen und die kollektive Rechtsberatung insbesondere in den Bereichen Mietrecht, Genossenschaftsrecht, Gesellschaftsrecht, Wohnraumförderrecht, Wohnungseigentumsrecht, Baurecht, Datenschutz und IT-Recht ausweiten. Bei aktuellen Gesetzgebungsverfahren und mit Hinblick auf die anstehenden Wahlen in 2021 wird sich der Verband durch Stellungnahmen und Initiativvorschläge einbringen.

Referate

Rückblick: Die vdw-Referate 2020

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft waren das alles beherrschende Thema im vergangenen Jahr. Alle Fachreferate des Verbandes waren direkt oder indirekt mit dem Thema befasst. Dieser digitale Jahresbericht informiert an verschiedenen Stellen über die besonderen Herausforderungen, die Corona auch für den Verband mit sich gebracht hat. Die Vorstände haben in ihren Beiträgen ausführlich darüber berichtet, und auch in den Abschnitt „Bildung“ und „Veranstaltungen“ werden die gravierenden Veränderungen deutlich.

Wie ist es anderen Referaten ergangen ist, dazu hier ein kleiner Überblick:

Steuerberatung

Die Corona-Pandemie brachte praktisch „über Nacht“ die vorübergehende Senkung der Umsatzsteuersätze auf 16% bzw. 5% für die im zweiten Halbjahr 2020 erbrachten Lieferungen und Leistungen. Die effektiven Vorteile aus günstigeren Bauleistungen überwiegen regelmäßig die nur für einen kurzen Zeitraums notwendigen Aufwendungen in den Bereichen IT und Verwaltung: Wohnungsunternehmen, die im zweiten Halbjahr 2020 große Bauprojekte fertigstellen, abrechnen und abnehmen konnten, profitierten von dem verminderten Umsatzsteuersatz. Im Rahmen sinnvoller Gestaltung konnte die Vereinbarung von Teilleistungen genutzt werden, um auch für nicht mehr fertiggestellte Projekte zumindest einen anteiligen Umsatzsteuervorteil zu nutzen. Auch weitere steuerliche Maßnahmen des Gesetzgebers zur Überwindung der Pandemiefolgen konnten für die Akteure in der Wohnungswirtschaft eine echte Hilfe sein: die „Corona-Beihilfe“ gestattete dem Arbeitgeber bis zum 31.12.2020 seinen Arbeitnehmern Bar- und Sachzuwendungen bis zur Höhe von 1500 Euro steuer- und beitragsfrei zu gewähren. Auch der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld konnte von Wohnungsunternehmen genutzt werden. Schließlich galt es auch, die durch die Einführung eines pauschalen Verlustrücktrags geschaffenen Liquiditätsvorteile zu prüfen.

Die globale Herausforderung der Absenkung der CO2-Emmission stellt unsere Branche vor allem im Hinblick auf die Projekte Mieterstrom und Elektromobilität vor große Herausforderungen. Zwar hat der Gesetzgeber durch zahlreiche Steuerbefreiungen und Steuervorteile Anreize für die Steuerpflichtigen geschaffen; das entscheidende Hindernis für zahlreiche Wohnungsunternehmen wurde allerdings nicht beseitigt: die Versagung der erweiterten Gewerbesteuerkürzung im Falle der Stromlieferung. So wird die Wohnungswirtschaft trotz aller Bereitschaft auch weiterhin die hohen Erwartungen in die Branche nicht erfüllen können, wenn bereits die Stromlieferung aus einer einzigen PV-Anlage die Verdopplung der Ertragsteuerbelastung bedeutet.

In 2020 befanden sich die Bundesländer in der Findungsphase des geeigneten Grundsteuermodells: während sich Niedersachsen erhebliche Vorteile aus seiner Entwicklung eines einfachen Flächen-Lage-Modells verspricht, hat sich Bremen für die Umsetzung des ertragswertorientierten Bundesmodells entschieden. Der vdw hat eine hohe Präferenz für den niedersächsischen Ansatz, verfügt aber bereits heute über eine hohe Beratungskompetenz in beiden Umsetzungsvarianten.

Der Mangel an preisgünstigem Wohnraum hat aus steuerlicher Sicht zwei Themen in den Vordergrund gespielt: Die vom Gesetzgeber geschaffenen lohnsteuerlichen Vorteile des Mitarbeiterwohnens (§ 8 Abs. 2 Satz 12 EStG) führen nicht nur zu Steuer- und Beitragsvorteilen für Arbeitnehmer, sondern fördern auch die Nachfrage nach Wohnraum zu angemessenen Preisen. Dem voranschreitenden Fortfall der Belegungsbindungen versucht der kommunale Sektor u. a. durch den Erwerb von Belegungsrechten entgegenzuwirken. Zur sorgfältigen Vorbereitung entsprechender Verträge bedarf es regelmäßig auch der Abwägung der steuerlichen Folgen.

Stabsstelle

Die Stabsstelle hat sich mit einer breiten Themenpalette beschäftigt. Zahlreiche Stellungnahmen etwa zur Bauordnung, zum Wohnraumfördergesetz, zum Bremer Stadtentwicklungsplan Wohnen und zu verschiedenen Richtlinien und Verordnungen wurden formuliert.

Im Zusammenhang mit Corona stellten sich Fragen hinsichtlich von Datenschutz, und natürlich wurde genau beobachtet, wie sich die Mietrückstände bei den Mitgliedsunternehmen entwickeln. Insbesondere im Gewerbemietbereich zeichneten sich schon in der ersten Jahreshälfte größere Probleme ab.

Abgeschlossen wurde das Forschungsprojekt „Sicherheit und Vielfalt im Quartier – DIVERCITY“ (mehr zum Projekt auf Divercity), und fast zeitgleich hat sich die Sicherheitspartnerschaft im Städtebau Niedersachsen entschlossen daran anzuknüpfen und Kriterien für einen Leitfaden zur Sicherheit im Quartier zu entwickeln.

Rechtsberatung

Die Pandemie hat einige ganz neue Rechtsfragen aufgeworfen, die intensiv von den Verbandsjustiziaren bearbeitet werden mussten. Untrügliches Zeichen: Die Zahl der individuellen Rechtsberatungen durch Verbandsjustiziar Heinrich Kleine Arndt erreichte mit 662 einen neuen Höchststand (zum Vergleich 2019: 465 Anfragen). Hinzu kamen 295 Anfragen, die durch die Anwälte der Kanzlei einsfünfacht bearbeitet wurden.

Ein zentrales Thema: Wie gelingt in Zeiten der Pandemie die Durchführung der Generalversammlung? Und welche Rolle spielt der Datenschutz? Entsprechende Informationsveranstaltungen erfuhren sehr großen Zuspruch. Außerdem gab es seitens des vdw zum „Umlaufverfahren bei der Gesellschafterversammlung“ auch ein Rundschreiben. Ebenso wie zu den Themen Spielplatzöffnungen, Erleichterungen bei staatlichen Leistungen (inkl. der vdw-Handreichung: „In wenigen Schritten zum Wohngeld“), Datenschutz bei der Interessentenselbstauskunft und datenschutzrechtliche Empfehlungen zur Umsetzung des Mietmoratoriums aus Anlass der COVID-19-Pandemie. Erörtert wurde darüber hinaus die Frage, welche Auswirkungen die behördlich angeordneten Schließungen auf die Zahlungspflicht bei Gewerbemietverträgen haben?

Abseits von Corona informierte der vdw seine Mitglieder unter anderem über die Frage: Hat der Mieter gegenüber dem Vermieter seit dem 1. Dezember 2020 einen Anspruch auf Anbringung einer Ladestation für sein Elektrofahrzeug?

Technische Beratung

Landauf, landab fehlt bezahlbarer Wohnraum. Diese Frage hat auch im Corona-Jahr 2020 das Referat Technik im vdw beschäftigt. Für die vom vdw angestrebte umfassende Novelle der Niedersächsischen Bauordnung wurde zusammen mit dem Fachbereich Recht ein Initiativvorschlag erarbeitet, der in die Politik eingebracht wurde. Damit wurde der Grundstein für weitere Gespräche zur Vereinfachung und Beschleunigung der Bauantragsverfahren und damit zur Beseitigung kostenrelevanter Hemmnisse auf höchster Ebene gelegt.

Ein wichtiges Zukunftsthema ist die zu Jahresbeginn 2021 eingeführte CO2-Bepreisung, zu deren Abschätzung und Berechnung eine entsprechende Bilanzierung des Bestands erforderlich ist. Die Initiative „Wohnen 2050“ entwickelt unter Mithilfe des vdw entsprechende Werkzeuge, die wiederum im Nachhaltigkeitsbericht des vdw Verwendung finden. Dazu passend wird die agWohnen Bremen-Bremerhaven gemeinsam mit dem vdw eine Untersuchung vorstellen, wie sich die CO2-Emissionen in den Wohnungsbeständen seit 2005 entwickelt haben.

Ohnehin wird Klimaschutz mehr und mehr zur Handlungsmaxime für die Branche. Ein wesentlicher Aspekt ist die sogenannte Wärmewende. Dazu gab es im September eine viel beachtete Informationsveranstaltung, die gemeinsam mit dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) durchgeführt wurde.

Aktiv ist der vdw darüber hinaus auch bei der Verbesserung des „System Denkmalpflege“. Ziel ist die Erarbeitung eines Leitfadens zum besseren Umgang und Miteinander der Akteure. Wohnungsunternehmen sollen durch ganz konkrete Hilfestellungen profitieren. Erste Projekte konnten schon angeschoben, Kontakte vermittelt und Probleme beseitigt werden. Der online gestellte Denkmalpflegeatlas ist ein weiteres Ergebnis dieser Arbeit.

Abgerundet wurde die Arbeit des Referats durch die Juryteilnahme für den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur. Von den rund 70 teilnehmenden Projekten fanden 12 den Weg in die engere Auswahl. Die Hälfte davon waren zum Teil innovative Projekte von vdw-Mitgliedsunternehmen, die ein tolles Engagement im Neubau wie auch im Bestand zeigen.

Passend zur Corona-Pandemie hat das Referat Planung und Technik zwei Erklärfilme mit „Oma Erna“ produziert. Zunächst wurde der Film für den „Umgang mit Corona“ veröffentlicht, im zweiten Film geht es um „Legionellen im Trinkwasser“. Die Clips können individualisiert für die Wohnungsunternehmen gegen eine kleine Schutzgebühr z.B. auf den Internetseiten veröffentlicht werden.

Presse

Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist stets ein Spiegel der Verbandsarbeit. Entsprechend vielfältig waren die Informationen und Stellungnahmen, die der vdw im vergangenen Jahr herausgegeben hat – nicht selten mit sehr guter Resonanz. Hier exemplarisch einige Auszüge:

vdw unterstützt Bremer Entwicklungsplan

…Der vorgelegte Entwurf eines „Stadtentwicklungsplans 2030“ ist vielversprechend und wird vom vdw Niedersachsen Bremen unterstützt. Der mit „STEP“ bezweckte Beitrag zu einer integrierten Stadtentwicklung mit Beziehung zu den gesamtstädtischen Zielen Klimaschutz, Mobilität, intakte Sozialstrukturen, Wirtschaftlichkeit findet eine inhaltliche Entsprechung in dem nachhaltigen Geschäftsmodell, das unsere Mitgliedsunternehmen verfolgen…

„Mieterstrom nicht vergessen!“

Der vdw unterstützt die Initiative des Niedersächsischen Umwelt- und Bauministeriums zur Stärkung erneuerbarer Energien. Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt betont: „Die Speicherkapazitäten etwa für Solarstrom müssen dringend ausgeweitet werden. Es ist daher richtig, dass das Land die Installation innovativer Photovoltaik-Batteriespeicher fördern will. Wer die Wohnungswirtschaft als Partner gewinnen will, muss aber auch das Steuerrecht ändern.“ In dem Zusammenhang wies sie erneut auf das völlig ungelöste Problem des sogenannten Mieterstroms hin: „Wir fordern Vorfahrt für den Mieterstrom…“

Energiewende

Auf dem Weg zu Klimaneutralität im Jahr 2050 braucht es einen flächendeckenden Ausbau der erneuerbaren Energien. Neben den großen Windenergieanlagen und PV-Freiflächenanlagen spielen die Dachflächen von Wohngebäuden dabei eine entscheidende Rolle. Nur wenn es gelingt, die Energiewende in die Städte und Dörfer – und damit vor allem auf die Häuser der Wohnungswirtschaft – zu bringen, sind die Ziele der Bundesregierung zu erreichen.

Quartiersförderung: Ja / Benennungsrecht: Nein

Mit Zustimmung, aber auch einiger Kritik hat der vdw auf den Änderungsentwurf der Landesregierung zum Wohnraumfördergesetz reagiert. In seiner Stellungnahme unterstützt der Verband die Pläne des Landes, die Erteilung eines Wohnberechtigungsscheins zu erleichtern und die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Wohnquartieren zu fördern. Dagegen lehnt der Verband die Vorschläge zum Benennungsrecht und die Aussetzung der Pauschale für die Betriebskostenabrechnung ab.

Mieter können weiter auf günstige Sammelverträge hoffen

Der Bundesrat hat mehrheitlich gegen den Plan der Bundesregierung gestimmt, bei der Novelle des Telekommunikationsgesetzes die bewährte Betriebskostenumlage zu streichen. Sie sichert Mieterhaushalten in Mehrfamilienhäusern eine günstige Fernseh- und Breitbandversorgung. Dazu sagt vdw-Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt: „Seit dem Sommer haben wir für eine sozialverträgliche Lösung für unsere Mieter gekämpft, haben mit den Landesregierungen diskutiert und den Bundestagsabgeordneten aus Niedersachsen und Bremen unsere Argumente dargelegt. Es hat sich gelohnt…

Förderung von energetischer Sanierung ist absolut sinnvoll

Der vdw hat in einer Stellungnahme die vom Land Niedersachsen in Aussicht gestellte Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen im Bestand grundsätzlich begrüßt. Allerdings stellen die Förderbedingungen deutlich zu hohe Anforderungen. Die KfW-Standards 55 bzw. 70 sind nach Ansicht des vdw als Zielgrößen einer Bestandssanierung unrealistisch und können (wenn überhaupt) nur mit unverhältnismäßigem Aufwand erreicht werden. Der vdw hat daher vorgeschlagen, eine angemessene prozentuale Verringerung des Energieverbrauchs als Maßstab heranzuziehen.

Wohnungswirtschaft klagt über zu lange Baugenehmigungsverfahren

Wohnungsbauunternehmen warten in Niedersachsen und Bremen oft ein Jahr und länger auf die Genehmigung eines Bauantrags. In Einzelfällen dauern die Verfahren sogar 18 Monate. Die Mehrheit der Unternehmen (38 Prozent) im Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) sowie im BFW Landesverband Niedersachsen/Bremen beklagt in einer gemeinsamen Verbändeumfrage Laufzeiten bei Bauanträgen von mehr als sechs Monaten.

Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
in Niedersachsen und Bremen e.V. - 2021