WoWi-Lunch mit Weil und Tschentscher

Januar 2020 – Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil waren zu Gast beim ersten WoWi-Lunch der norddeutschen Wohnungswirtschaft. Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt und ihr Hamburger Amtskollege Andreas Breitner forderten bei dem Treffen „Vorfahrt für Mieterstrom“. Neben Tschentscher und Weil wurden auch die Regierungschefs von Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in einem Brief gebeten, sich im Bundesrat für die Abschaffung der steuerlichen Benachteiligung bei der Erzeugung von Mieterstrom einzusetzen.

Der Tenor: Wohnungsunternehmen können und wollen wichtige Partner der Politik bei der Erreichung der Klimaschutzziele sein. Sie können ihren Mietern mit Hilfe von Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerken kostengünstigen Strom zur Verfügung stellen, wenn sie nicht durch Steuergesetze daran gehindert würden. Das Problem: Noch hemmen steuerliche Nachteile das Angebot von Mieterstrommodellen. So droht Wohnungsunternehmen weiterhin der Verlust der Gewerbesteuer- bzw. der Steuerfreiheit. Die Befreiung dieser Unternehmen von Steuerzahlungen sei kein Selbstzweck, sondern eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sie bezahlbaren Wohnraum anbieten könnten.

Vor Corona: vdw-Jahresauftakt mit 260 Gästen

Januar 2020 - Premiere beim vdw: Erstmals war der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil Gast beim Neujahrsempfang des Verbandes im Alten Rathaus von Hannover. Außerdem konnten Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt und Prüfungsdirektor Gerhard Viemann 260 weitere Gäste begrüßen, darunter Staatssekretäre, Landtagsabgeordnete, Vertreter der Bremer Landesregierung und der Bremer Bürgerschaft, Oberbürgermeister und Bürgermeister sowie zahlreiche Vertreter von Wirtschafts- und Sozialverbänden. Im Mittelpunkt der Reden und Grußworte standen die Sorge um fehlenden bezahlbaren Wohnraum und die Herausforderung für die Immobilienwirtschaft durch den Klimawandel.

Zitate des Tages:

Dr. Susanne Schmitt:

„Bezahlbares Wohnen ist und bleibt eine wichtige sozialpolitische Aufgabe – für die Wohnungswirtschaft, aber auch für das Land und für die Kommunen. Lösen können wir das Problem nur gemeinsam.“

„Um unsere Ziele zu erreichen, brauchen wir mehr Bauland, mehr Kapazitäten im Baugewerbe und einen Stopp der Preisspirale“

„Eine große Herausforderung ist die Bewältigung der Folgen des Klimawandels. Unsere Unternehmen haben die energetische Sanierung ihrer Gebäude bereits weit vorangetrieben.“

„Wir haben die norddeutschen Ministerpräsidenten um Unterstützung in der Frage von Mieterstrommodellen gebeten. Im Sinne der Umwelt und zum Vorteil von Mieterinnen und Mietern.“

Ministerpräsident Stephan Weil:

„Der vdw ist wichtiger Partner der Landesregierung.“

„Die Wohnungswirtschaft ist mir durch und durch sympathisch aufgrund der klaren sozialen Ausrichtung.“

„Mehr bezahlbarer Wohnraum ist die Voraussetzung für den sozialen Frieden in unserem Land.“

„Durch Mieterstrommodelle können auch Mieter von der Energiewende profitieren.“

„Die Reduzierung der Gebäudeemissionen kann und muss zukünftig sehr viel stärker zur Erreichung unserer Klimaziele beitragen, als bislang.“ „Neben der Energiewende brauchen wir auch eine Wärmewende.“

Klimaschutzexperte Volker Quaschning:

„Die Klimakrise ist real.“

vdw/UVN-Baukostenforum

Februar 2020 – Warum steigen die Kosten im Wohnungsbau unaufhörlich? Wer ist verantwortlich? Und wer muss letztlich dafür aufkommen? Spannende Fragen bei der Diskussionsveranstaltung „Was macht Wohnraum (un)bezahlbar“ im hannoverschen Börsensaal, an der neben dem Niedersächsischen Bauminister Olaf Lies u.a. auch vdw-Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt und Reiner Detjen, Vorstandsmitglied vom Spar- und Bauverein Hannover teilgenommen haben. Zu dieser ersten gemeinsamen Veranstaltung vom vdw und den Unternehmerverbänden Niedersachsen waren rund 180 Gäste gekommen. Das große Interesse spiegelte die wachsende Bedeutung des Themas wider: Warum fehlen gerade in den niedersächsischen Ballungsräumen trotz aller Anstrengungen immer noch Wohnungen für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen? Die Expertenrunde nannte einige mögliche „Preistreiber“ beim Namen: ausgeschöpfte Kapazitäten bei Bauindustrie und Bauhandwerk, immer komplexere Normierungen, verschärfte Baustandards, hohe Grundstückspreise, zähe Planungs- und Genehmigungsverfahren u.v.m. Minister Lies sprach sich für neue Bautechniken und die Verwendung von Holz als Baustoff aus. Dr. Schmitt setzt auf Typengenehmigungen, um den seriellen Wohnungsbau voranzubringen, sowie auf eine bessere Personalausstattung in den zuständigen Ämtern. Detjen schlug vor, die Prüfverfahren zu verschlanken und den ausführenden Unternehmen wieder mehr Verantwortung für die Bauvorhaben zu übertragen.

Fachtagung „Digitalisierung“

Zum mittlerweile sechsten Mal haben sich Vertreter von Wohnungsunternehmen Digitalexperten zur Fachtagung Digitalisierung von vdw und VNW in Hamburg getroffen. Bei den Vorträgen machten Experten an Beispielen deutlich, wie Digitalisierung im Unternehmen funktioniert oder erklärten, warum kein Weg mehr an ihr vorbeiführt. So betonte Niklas Veltkamp, Geschäftsführer des Digitalverbands Bitkom, die Dynamik digitaler Entwicklungen. Dennoch habe ein Großteil der deutschen Unternehmen nach eigenem Bekunden weiterhin keine „Digitalstrategie“. Auch für die Wohnungswirtschaft sah Veltkamp erhebliche Chancen und Herausforderungen durch die zunehmende Digitalisierung; eine engagierte PropTech- Szene bringe dies schon zum Ausdruck. Prof. Dr. Sascha Friesike setzte sich in seinem unterhaltsamen Vortrag „Über die Irrtümer der Digitalisierung“ mit den unterschiedlichen Trends und ihrer Sinnhaftigkeit auseinander. So kritisierte er die Hektik, mit der Digitalisierung teilweise umgesetzt werde. „Gewonnen hat noch nie, wer es am schnellsten gemacht hat, sondern stets der, der es richtig machte.“ Wichtig sei es, sich Zeit zu nehmen und das jeweilige Thema wirklich zu durchdringen. Mit zahlreichen Praxisbeispielen aus dem wohnungswirtschaftlichen Alltag wurde das Tagungsprogramm abgerundet.

vdw-Verbandstag 2020

September 2020 – Der erste „hybride“ Verbandstag in der 111-jährigen Geschichte des vdw Niedersachsen Bremen ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Die Veranstaltung war als Mix aus politischen Informationen, interessanten Gesprächen und der satzungsgemäßen Mitgliederversammlung konzipiert und fand in einem Produktionsstudio auf dem ehemaligen Expo-Gelände in Hannover statt. Rund 40 Teilnehmer verfolgten das Geschehen unter Einhaltung der Corona-Abstandsregeln vor Ort, weitere 60 Mitgliedsunternehmen hatten sich für den Livestream registriert. Der vdw hatte mit dieser Produktion absolutes Neuland betreten. Die Vorstände Dr. Susanne Schmitt und Gerhard Viemann waren im Nachgang entsprechend erleichtert: „Es war ein Wagnis, aber es hat sich gelohnt. Wir haben uns sehr professionell auf hohem technischen Niveau präsentiert. Das sind wir – wie stets bei Verbandstagen – unseren Mitgliedsunternehmen auch schuldig.“ Die „vdw-Sendung“ aus dem Peppermint Pavillon wurde von „Hallo, Niedersachsen“-Frontfrau Christina von Saß moderiert. Der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil und der Bremer Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte lobten in ihren Videobotschaften die gute Zusammenarbeit ihrer Landesregierungen mit dem vdw. Beide forderten die Wohnungswirtschaft dazu auf, sich engagiert am gemeinsam Ziel zu beteiligen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Bezahlbares Wohnen, das wurde im weiteren Verlauf des Gesprächs deutlich, ist und bleibt das Top-Thema auch für den vdw. Dr. Schmitt verwies auf den Mangel an geeigneten Grundstücken und auf ein zu komplexes Baurecht: „Um dieses Thema einmal dem Grunde nach anzustoßen haben wir gerade eine Initiative gestartet, um eine Vereinfachung und Verschlankung des niedersächsischen Baurechts zu erlangen. Sie haben alle unser Initiativpapier erhalten und ich kann berichten, dass die Resonanz sehr gut war.“ Viemann erinnerte die Mitgliedsunternehmen an die Beratungsleistungen des Verbandes bei der Rentabilitätsplanung bei Neubauvorhaben.

Auch beim Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung (Zur Website des vdw) können sich die vdw-Mitglieder an den Verband wenden. „Wir beobachten ein steigendes Interesse“, sagte Viemann. Die Verbandsdirektorin wies darauf hin, dass es bei künftigen Kreditvergaben „Vorteile für die Unternehmen, die einen Nachhaltigkeitsbericht vorweisen können“ geben werde.

Gewohnt souverän führte anschließend Andreas Otto durch die Mitgliederversammlung. In seinem Bericht über die Arbeit des Verbandsrates bedankte sich der Vorsitzende bei vdw und GdW für die gute Beratungsleistung während der Corona-Zeit. Otto sieht die Wohnungswirtschaft vor großen Herausforderungen: Dabei geht es nicht nur um bezahlbaren Wohnraum, sondern auch um Quartiersentwicklung, um die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen in den Quartieren und die Stärkung des sozialen Zusammenhalts, um Fragen von Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energieeffizienz.“

GdW-Präsident Axel Gedaschko war auch nach Hannover gekommen und gab im Gespräch mit Moderatorin von Saß einen Überblick über eine Vielzahl von Themen, mit denen sich der Verband auf Bundesebene beschäftigt. Er hob hervor, dass viele Gewerbe- und Wohnungsmieter Probleme haben oder bekommen werden, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Hier gelte es, die Situation genau im Blick zu behalten. Problematisch sind für die Wohnungswirtschaft die Folgen des Gebäudeenergiegesetzes. Gedaschko plädierte deshalb für „Technologieoffenheit“ und eine angemessene finanzielle Unterstützung beim Umbau des Gebäudesektors. Angesprochen auf das geplante Telekommunikationsgesetz verwies der GdW-Präsident darauf, dass insbesondere einkommensschwächere Haushalte darunter leiden werden.

Damit ging die „vdw-Sendung“ zu Ende. Der nächste Verbandstag wird – nach derzeitigen Planungen – in Bad Lauterberg stattfinden. Wie genau, wird sich wohl erst in den nächsten Monaten zeigen.

Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
in Niedersachsen und Bremen e.V. - 2021